Für eine wehrhafte Demokratie und ein friedliches Miteinander

Die Ezidische Akademie engagiert sich in den Bereichen Kunst und Kultur ebenso wie in den Feldern Menschenrechte und Demokratie. Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit gilt Geflüchteten und Migrantinnen und Migranten aus vielen unterschiedlichen Herkunftsländern.

Als ezidische Gemeinschaft blicken wir auf eine lange Geschichte von Verfolgung und Vertreibung zurück, zuletzt auf den Genozid von 2014. Gerade deshalb liegt uns ein friedliches, pluralistisches und rechtsstaatliches Zusammenleben besonders am Herzen. Viele Ezidinnen und Eziden haben in Deutschland Schutz, Sicherheit und eine neue Heimat gefunden. Dieses Vertrauen in eine offene und demokratische Gesellschaft möchten wir bewahren und aktiv mitgestalten.

Wir nehmen wahr, dass viele Menschen mit Migrations- oder Fluchtbiografie derzeit Sorgen und Unsicherheit empfinden, mit Blick auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen in Deutschland und Europa. Diese Sorgen nehmen wir ernst und möchten sie in einen konstruktiven Dialog überführen.

Unsere Haltung ist dabei klar und unmissverständlich:

  • Wir stehen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde.
  • Wir lehnen jede Form von Extremismus und Gewalt ab. Gleich, ob von links, von rechts oder aus religiös motivierten Strömungen.
  • Wir setzen uns für einen respektvollen, sachlichen Diskurs ein, der unterschiedliche Perspektiven zulässt und die Grenzen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung wahrt.

Grundgesetzlich verankerte Freiheiten

Unsere Verfassung schützt in Art. 5 Abs. 1 GG die Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk- und Filmfreiheit sowie in Art. 5 Abs. 3 GG die Kunst- und Wissenschaftsfreiheit. Diese Freiheiten sind ein hohes Gut und ein zentraler Pfeiler unserer Demokratie, gerade auch dann, wenn künstlerische Beiträge kontrovers diskutiert werden.

Zur aktuellen Debatte um den Musikbeitrag von Danger Dan und Igor Levit

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) hat entschieden, den gemeinsamen Musikbeitrag des Rappers Danger Dan und des Pianisten Igor Levit in einer Sendung zum Thema „politische Radikalisierung und Wehrhaftigkeit der Demokratie“ nicht wie ursprünglich vorgesehen auszustrahlen. Der Sender hat angekündigt, sich „zeitnah dokumentarisch-journalistisch mit dem Lied von Danger Dan zu befassen und dies an anderer Stelle im Programm aufzuarbeiten“.

Wir bedauern die kurzfristige Entscheidung, sehen darin jedoch auch eine Gelegenheit für eine breitere gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber, wie Kunst, Journalismus und öffentlich-rechtlicher Rundfunk gemeinsam zur wehrhaften Demokratie beitragen können. 

 

Unser Appell

Wir verstehen die Sorgen vieler Menschen in unserer Community und darüber hinaus. Wir möchten Sie ermutigen, die politischen Entwicklungen aufmerksam, informiert und besonnen zu verfolgen und sich für ein Miteinander einzusetzen, das von Respekt, Vielfalt und dem festen Fundament unseres Grundgesetzes angstfrei getragen wird.